Selbstbestimmte Demenz-WG

Folgende Merkmale liegen einer selbstbestimmten ambulanten Wohngemeinschaft zugrunde:

Wohngemeinschaft:

Sie bedeutet das Zusammenleben auf pflegerische Unterstützung angewiesener Menschen, die gemeinsam einen Haushalt teilen.

Selbstbestimmt:

Die Bewohner können im Rahmen ihrer verbliebenen körperlichen und geistigen Fähigkeiten ihr alltägliches Leben selbst bestimmen. Hierzu gehört das Einrichten der Wohnung mit eigenen Möbeln, die Teilnahme am Tagesablauf, die Mithilfe im Haushalt, die Bestimmung des Essensplans und das Beibehalten liebgewonnener Gewohnheiten.

Es gibt zudem ein funktionierendes Gremium aus geschäftsfähigen Bewohnern und gesetzlichen Betreuern / Angehörigen der geschäftsunfähigen Bewohner. Es finden regelmäßig Versammlungen statt, auf denen die Gemeinschaft betreffende Angelegenheiten beschlossen werden.

Ambulant:

Es werden Betreuungsleistungen im Sinne des Wohn- und Teilhabegesetzes (WTG) erbracht. Die Pflege wird durch einen externen ambulanten Pflegedienst für jeden Bewohner individuell erbracht und abgerechnet, genau wie Zuhause auch. Die Bewohner erhalten zusätzlich eine 24-Stunden Rundumbetreuung und -aufsicht durch einen ambulanten Pflegedienst.

Die Dienstleister sind immer Gast in der Wohngruppe.

 

Auf welcher Rechtsgrundlage basiert dies Wohnform?

Zugrunde liegt das Wohn- und Teilhabegesetz (WTG) des Landes Nordrhein-Westfalen.

Dieses hat den Zweck, die Würde und Rechte der älteren oder pflegebedürftigen Menschen vor Beeinträchtigungen zu schützen, die Rahmenbedingungen für Betreuungs- und Pflegekräfte positiv zu gestalten und die Einhaltung der den LeistungsanbieterInnen obliegenden Pflichten zu sichern. Es soll älteren, pflegebedürftigen und behinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben gewährleisten.

Dabei sollen insbesondere kleinere Wohn- und Betreuungsangebote gefördert werden und eine quartiersnahe Versorgung mit Betreuungsleistungen ermöglicht werden.

Gemäß § 24 WTG ist eine Wohngemeinschaft selbstverantwortet, wenn sie

  1. die Ansprüche auf Wohnraumüberlassung und Betreuungsleistungen rechtlich voneinander unabhängig sind und
  2. die Bewohner oder deren Vertreter mindestens
  3. bei der Wahl und dem Wechsel der Leistungsanbieter (bspw. Pflegedienst) frei sind,
  4. das Hausrecht ausüben,
  5. die Gemeinschaftsräume selbst gestalten,
  6. die gemeinschaftlichen Finanzmittel selbst verwalten und
  7. die Lebens- und Haushaltsführung sowie das Alltagsleben selbstbestimmt gemeinschaftlich gestalten.

Zudem dürfen neue BewohnerInnen nicht gegen den Willen der bereits in der Wohngemeinschaft lebenden Bewohner aufgenommen werden. LeistungsanbieterInnen (bspw. Vermieter oder Pflegedienst) dürfen auf einzelne oder gemeinschaftliche Entscheidungen keinen bestimmenden Einfluss haben.

Gemäß § 26 WTG sind selbstverantwortete Wohngemeinschaften frei in der Gestaltung des Zusammenlebens, der Auswahl und der Gestaltung der Räumlichkeiten für die Wohngemeinschaft und der Organisation der Betreuung.