FAQ

Häufig gestellte Fragen zur Demenz-WG

Welche Rechte habe ich als Angehöriger der Bewohner?

Sie leben die Beziehungen zu Ihren Familienangehörigen so, wie Sie es gewohnt sind. Sie besuchen Ihre Demenzerkrankten so oft und so lange wie Sie mögen und wie es Ihre Zeit erlaubt.  Sie dürfen weiterhin Verantwortung für Ihren Familienangehörigen übernehmen und Sie helfen ihm dabei, weiterhin ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben zu leben. Diese Möglichkeit durch die Einrichtung einer Demenz-WG schaftt Freiräume für alle Beteiligten und bringt uns eine hohe Befriedigung, zu sehen, dass unsere Väter, Mütter oder Partner noch Freude am Leben empfinden, Fähigkeiten erhalten bleiben,  und sie sich nicht abgeschoben fühlen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit man in die WG einziehen kann.

Voraussetzung für den Einzug in die Demenz-WG Mühlenrad ist, dass der neue Bewohner an einer Demenz erkrankt ist und einen Pflegegrad bescheinigt bekommen hat. In den Gesprächen mit Ihnen prüfen wir, ob die pflegerischen bzw. medizinischen Voraussetzungen gegeben sind. Wie in jeder WG üblich, muss aber im Interesse der anderen Bewohner auch geprüft werden, ob der neue Bewohner in die Gemeinschaft integrierbar ist.  Dies werden wir versuchen, gemeinsam mit Ihnen als Angehörige herauszufinden.

Für wen ist eine Demenz-WG geeignet?

Die Demenz-Wohngemeinschaft ist geeignet für Männer & Frauen,

  1. bei denen eine Demenzerkrankung attestiert wurde und die  in einen Pflegegrad eingestuft sind,
  2. denen es aufgrund ihrer allgemeinen Verfassung möglich ist, in einer Gemeinschaft zu leben,
  3. von ihrer Persönlichkeit her in eine selbstbestimmte Wohngemeinschaft passen,
  4. Angehörige haben, die sich mit der Philophie und dem Konzept identifizieren und sich aktiv in den Alltag mit einbringen.

Darf ein Bewohner in der WG bleiben bis zu seinem Tode?

Ja, unsere Bewohner müssen nicht mehr ausziehen, sofern keine dringende medizinische Notwendigkeit vorliegt.  Im Mietvertrag wird für den Fall ein Sonderkündigungsrecht vereinbart.

Was ist, wenn man Streit mit einem anderen Bewohner bekommt?

Wir Angehörigen treffen uns regelmäßig und tauschen uns über Sorgen oder Probleme der Bewohner/innen aus. Gibt es Streit oder Differenzen, versuchen wir in Gesprächen, der Ursache auf den Grund zu gehen und Abhilfe zu schaffen, so wie in einer richtigen Familie.

Was wird von den Angehörigen erwartet?

Zeit für Besuche in der Wohngemeinschaft und Zeit für ihre eigenen Familienangehörigen. Falls möglich eine regelmäßige Teilnahme an den Sitzungen der Gemeinschaft. Interesse am Ablauf der WG und die Bereitschaft, Engagement einzubringen um dieses Projekt zu unterstützen.

Wer wäscht die Wäsche in der WG?

In unserer Wohngemeinschaft steht eine Waschmaschine, die von jedem Bewohner genutzt werden kann. Zusätzlich besteht natürlich weiterhin die Möglichkeit, die Wäsche für die Bewohner bei sich zuhause zu waschen oder durch eine Reinigung säubern zu lassen.

Wer sucht den Friseur oder die Fußpflege aus?

Den suchen sich alle Bewohner zusammen mit ihren eigenen Familienangehörigen aus. Die Wohngemeinschaft nimmt hier keinen Einfluss.

Welcher Arzt betreut mich?

Jeder Bewohner bzw. die Familienangehörigen / Betreuer suchen die Ärzte aus. Die Wohngemeinschaft nimmt hier keinen Einfluss.

Darf ich meinen Hausarzt behalten?

Ja, das ist gar kein Problem.

Wer putzt in den Zimmern und Gemeinschaftsräumen?

Die Gemeinschaftsräume werden von der Präsenzkraft im Rahmen des abgeschlossenen Betreuungsvertrages in Ordnung und sauber gehalten. Für die Reinigung der Zimmer der Bewohner sind diese selbst bzw. die eigenen Familienangehörigen / Betreuer zuständig. Hier ist eine Reinigung durch die Familie möglich, aber auch die Beauftragung eines externen Reinigungsdienstes. Die Wohngemeinschaft nimmt hierauf keinen Einfluss.

Wer kauft ein und bestimmt den Essensplan?

Die Bewohner entscheiden selbst, was es zu essen gibt. Einmal in der Woche setzen sie sich mit der Präsenzkraft zusammen und besprechen Wünsche. Hieraus wird dann ein ausgewogener Essensplan erstellt. Die Lebensmittel werden von den Präsenzkräften eingekauft.

Wer verteilt die Medikamente ordnungsgemäß?

Dies wird durch die individuelle Beauftragung eines ambulanten Pflegedienstes für jeden Bewohner sichergestellt.

Kommt man mit andren Angehörigen zusammen?

Ja, und das ist auch gewünscht. Bei Besuchen in der Wohngemeinschaft trifft man sich häufig in den Gemeinschaftsräumen und verbringt gemeinsam Zeit mit Gesprächen, singen oder spielen. Selbst wenn andere Angehörige nicht da sind, nimmt man auch diese Bewohner mit in die Runde auf. So entsteht das Gefühl von Gemeinschaft, und man lernt sich untereinander viel näher kennen, als dies in einem Altenheim möglich wäre. Wenn man die eigenen Familienangehörigen also mal nicht besuchen kann weiß man, dass diese trotzdem in die Gemeinschaft integriert werden und nicht alleine sind.

Wieviel Zeit muss ich für die Betreuung meiner Familienmitglieder aufwenden?

Wie viel Zeit sie aufbringen können und wollen entscheiden alle Angehörigen selbst. Zum Wohle der Bewohner ist es natürlich schön, wenn diese häufig Besuch bekommen, damit sie sich nicht allein gelassen fühlen. Ein beständiger Kontakt mit geliebten Menschen lässt die Bewohner mehr zu Ruhe kommen.

Ist die WG konfessionell gebunden?

Nein.

Gibt es auch ehrenamtliche Betreuer?

Wir freuen uns sehr über ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die ein wenig Zeit mit uns und unseren Bewohnern verbringen möchten. Wir können gemeinsam spielen, singen, sprechen oder spazieren gehen. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wenn Sie Interesse hieran haben.

Muss man für das Ehrenamt eine besondere Ausbildung haben?

Nein, die haben wir Angehörigen auch nicht. Es reicht, wenn Sie Interesse an dem Umgang mit erkrankten und älterne Menschen haben und Geduld mitbringen. Alles andere ergibt sich von allein.

Sind in der WG Haustiere erlaubt?

Nein.

Welche Pflegegrade gibt es und wer stuft mich ein?

Im Zuge der Pflegereform wurden die bisherigen Pflegestufen 0, 1, 2 und 3 in fünf neue Pflegegrade 1, 2, 3, 4 und 5 umgewandelt. Diese Überleitung ist in § 140 Sozialgesetzbuch Elf (SGB XI) verankert.
Seit Januar 2017 werden Pflegebedürftige und Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz wie Demenzkranke, längerfristig psychisch Erkrankte oder geistig Behinderte je nach ihrer noch vorhandenen Selbstständigkeit in die fünf Pflegegrade 1, 2, 3, 4 und 5 eingestuft und erhalten entsprechende Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Wenn ich zu wenig Zeit habe, um mich als Angehöriger einzubringen, kann ich trotzdem meine Mutter in die WG einziehen lassen?

Wir klären immer in einem persönlichen Gespräch, welche private Situation des Bewerbers und seiner Angehörigen vorliegt. Woher kommt er, hat er Kinder oder einen Ehepartner, und wie weit ist der Anfahrtsweg zu unserer WG? Wir arbeiten gemeinsam heraus, ob es andere Möglichkeiten gibt, sich in das  WG Leben einzubringen.

Was bedeuten die einzelnen Pflegegrade?

  • Pflegegrad 1 Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 2: Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 3: Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 4: Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 5: Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Für weitere Informationen zur Demenzerkrankung und auch zum Wohnen mit der Diagnose Demenz hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen & Jugend eine Homepage erstellt, auf der Sie viele Fragen stellen und auch unter: Fragen & Antworten zum Thema Demenz  nachlesen können