Angehörige

Welche Aufgaben kommen auf Demenz-Angehörige zu, welche Aufgaben erledigt das Fachpersonal?

Das Wichtigste vorweg: Wir sind kein Altenheim! Zwar haben unsere Bewohner eine 24-Stunden-Betreuung und es besteht auch die Möglichkeit, die Bewohner durch einen ambulanten Pflegedienst und weitere Dienstleistungsanbieter rundum versorgen zu lassen. Dennoch ist unsere Gemeinschaft darauf angewiesen, dass sich jeder Angehörige einbringt. Dieses kann die Unterstützung im Haushalt sein, oder die Freizeitgestaltung, aber auch die Hilfe bei Toilettengängen ihrer eigenen Angehörigen im Wohnheim.

Alle Bewohner werden durch Präsenzfachkräfte betreut und versorgt. Die Präsenzmitarbeiterinnen führen den Haushalt und organisieren Freizeit und Mahlzeiten. Die meisten Bewohner in unserer WG werden durch Pflege-Fachpersonal eines ambulanten Pflegedienstes im Rahmen der Grund- und Behandlungspflege betreut und versorgt.

Es treffen sich alle Angehörigen zu regelmäßigen Sitzungen, etwa alle sechs Wochen oder nach Bedarf. Auf unseren Sitzungen besprechen wir nicht nur die alltäglichen Sorgen und Nöte, die eine Wohngemeinschaft für Demenzerkrankte mit sich bringt. Wir entscheiden auch über die Einrichtung der Gemeinschaftsräume, die Qualität der Mahlzeiten (Geschmäcker sind halt verschieden) oder wie hoch das Haushaltsgeld sein soll. Wir lachen zusammen und planen gemeinsame Festlichkeiten, wie beispielsweise die Geburtstage der Bewohner, Advents- und Weihnachtsfeier. Und übrigens: Zu uns kommt auch der Nikolaus. Gemeinsam freuen wir uns über nette Geschichten und Ereignisse aus dem WG-Alltag.

Wir entscheiden gemeinsam über die Aufnahme neuer Bewohner und freuen uns über nette Geschichten aus dem WG-Alltag.

Es gibt immer etwas zu tun und zu organisieren. Unsere Wohngemeinschaft kann daher nur funktionieren, wenn die vielen Aufgaben auf viele Schultern verteilt werden. Eigeninitiative, eigenes Einbringen sowie die regelmäßige Teilnahme an unseren Sitzungen durch alle Angehörigen bzw.  die gesetzlichen Betreuer / Vertreter ist daher Voraussetzung für das Bestehen unserer Wohngemeinschaft. Unser Anliegen und unser Ehrgeiz ist, dass sich unsere Bewohner und Bewohnerinnen in ihrem neuen Umfeld Zuhause und sicher fühlen. Nur so können sie Ruhe finden, den Stress abbauen, dem sie durch ihre Demenzerkrankung ausgesetzt sind und sich und ihrem Umfeld wieder freundlich und selbstbewusst begegnen.

Rund 80 % aller Demenzkranken werden von ihren Angehörigen versorgt & betreut – von Ehepartnern, Kindern, Schwiegerkindern, Enkeln  oder Freunden.

durch die Betreuung der dementen Angehörigen werden oft die Kinder, Partner oder Freunde selbst überfordert und krank.
Die Angehörigen übernhemen eine große Verantwortung bei der Betreuung und Pflege ihrer an Demenz erkrankten Familienmitglieder.

„Die Bezugspersonen übernehmen eine schwere und verantwortungsvolle Aufgabe, die sich in der Regel über viele Jahre hinzieht. Es gibt aber viele Möglichkeiten, aus der Zeit mit der Krankheit wertvolle und erfüllte gemeinsame Jahre zu machen

Wichtig dafür ist es:

  • Wissen über die Krankheit und den Umgang mit den Erkrankten zu erwerben.
  • Die persönliche Würde der Erkrankten zu wahren und ihre Eigenständigkeit so weit wie möglich aufrecht zu erhalten.
  • Frühzeitig Unterstützung in Anspruch zu nehmen, bevor die Belastung zu groß wird.“

 

Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.
Selbsthilfe Demenz
Friedrichstr.236
10969 Berlin

 

Wenn Sie eine Beratungsstelle zur Demenzerkrankung in Ihrer Wohnortnähe aufsuchen möchten, finden Sie hier die richtigen Adressen für Demnz-Beratung.