Aktuelles

 20.10.2017

Die Demenz-WG Mühlenrad erhält Besuch von Radio Hochstift

Am Freitag bekam die Demenz-WG hohen Besuch. Der Reporter von Radio Hochstift hatte sich angekündigt, um sich und seinen Hörern ein Bild von dem Zusammenleben der Gemeinschaft machen zu können. Er befragte geduldig Angehörige und Bewohnner zu dem Leben und Wohnen in der Wohngemeinscht, und er hat festgestellt, dass die Demenerkrankten alten Leute am besten noch zusammen singen können.  Sechs Strophen von dem Lied „Alle vögel sind schon da..“  auswendig war gar keine Problem für alle Beteiligten.

Am Freitag, den 28.10.2017 sendet Radio Hochstift den Beitrag zu dem Leben inder Wohngemeinschaft und zu dem Hintergrund der Gründung dieser außergewöhnlichen Form des Zusammenlebens.

Fortbildung für die Angehörigen von Demenzerkrankten

Plötzlich gibt es die Diagnose Demenz und die Angehörigen, Kinder, Ehe- oder Lebenspartner sind völlig überfordert. Was verändert sich, worauf muss ich mich einstellen und wie vor allem verändert sich jetzt mein Partner, meine Mutter, mein Vater? Auf diese und viele andere Fragen konnte  Frau Klennert hilfreiche Antworten geben. Die diplomierte Pädagogin hielt am Dienstagabend einen hochinteressanten und inhaltsreichen Vortrag zum Krankheitsbild Demenz.  Sie erklärte den aufmerksamen Zuhörern, warum Demenz-Patienten zur Depression, zu Angstausbrüchen oder zur Aggressivität neigen. Warum sie weglaufen wollen, schreien oder von nächtlicher Aktivität und Unruhe getrieben sind. Diese veränderten Verhaltensweisen sind den Angehörigen zwar bekannt, aber wie sie richtig darauf reagieren und mit der Krankheit Demenz umgehen sollten, wissen sie nicht. Die Leidenswege, die Verletzungen und die Hilflosigkeit beider Seiten der Betroffenen sind lang. Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, als Angehöriger zu lernen, die Veränderung des Partners oder Elternteils nicht persönlich zu nehmen und nicht zu nah an sich heranzulassen.

Am meisten profitiert der Mensch aus den Erfahrungen Anderer

und zwar aus den Erzählungen, aus Beispielen aus dem Alltag. Und so hält es auch die Demenz WG Mühlenrad, deren Angehörige sich gegenseitig mit Rat und Tat immer wieder unterstützen. Wie soll ich reagieren, wenn mein Mann mich immer wieder  in der Nacht anruft, und ich nicht mehr schlafen kann? Was kann ich tun, wenn mein Partner immer wieder weglaufen will? Diese und viele andre konkrete Fragen konnten die betroffenen Angehörigen sich stellen und eine Antwort darauf finden.  Solidarität hilft, das Schicksal Demenz-Diagnose zu lindern. Gemeinschaft stärkt die Betroffenen und lässt sie das ein oder andere Problem gemeinsam lösen.

Den schwierigen Umgang mit Demenz-Erkrankten kann man lernen.

Mitgenommen in ihren Alltag mit Ihren Demenz-Angehörigen hat die Gruppe, dass es Hilfestellungen und Verhaltensweisen gibt, die den oft schwierigen Umgang mit Demenzerkrankten lindert. So ist die Nähe zum Erkrankten zu Vater, Mutter oder Partner besonders wichtig.  Sich anfassen, zuhören, Ruhe ausstrahlen und die Erzählungen des Kranken nicht korrigieren oder in Frage stellen, denn man kann die dementen Menschen nicht mehr erziehen oder belehren.  Akzeptanz und Zugang zu deren Biographie sind weiter wichtige Merkmale für die Angehörigen im Umgang mit ihren erkrankten Familienmitgliedern.

 

 

Bewohner und Angehörige in der großen Wohnküche: Helmut Nofz (v. l.), Alfred Kaden, Peter Schriever, Maria Vockel, Wolfgang Reifenscheid, Friederike Wittrock, Bernadette Barnhöfer und Friederike Koch. - © Simone Flörke

Bewohner und Angehörige in der großen Wohnküche: Helmut Nofz (v. l.), Alfred Kaden, Peter Schriever, Maria Vockel, Wolfgang Reifenscheid, Friederike Wittrock, Bernadette Barnhöfer und Friederike Koch. | © Simone Flörke

Bad Driburg: WG für Demenzkranke in Bad Driburg – Mühlenrad

Angehörige und Bewohner bestimmen über ihren Tagesablauf, das Essen oder die neuen Mitbewohner.

Simone Flörke
15.10.2017 | Stand 15.10.2017, 14:59 Uhr
Im großen Wohnzimmer: Friederike Koch betont die große Gemeinschaft der Bewohner und Angehörigen. Sie ist Sprecherin dieser von Angehörigen gegründeten WG. - © Simone Flörke

Im großen Wohnzimmer: Friederike Koch betont die große Gemeinschaft der Bewohner & Angehörigen. Sie ist Sprecherin dieser von Angehörigen gegründeten WG. | © Simone Flörke

Bad Driburg. Es wird viel gelacht in dieser ungewöhnlichen Wohngemeinschaft an der Mühlenstraße 27

Vor einem Jahr haben Angehörige von an Demenz erkrankten Familienmitgliedern dort die erste selbstbestimmte private WG für Demenzkranke im Kreis Höxter gegründet: Das berichtet Sprecherin Friederike Koch. Die junge Anwältin hat den nicht immer einfachen Weg dorthin begleitet. Ihre Großmutter Friederike Wittrock ist mit ihren fast 92 Jahren die älteste Bewohnerin dieser WG, die Platz für zwölf Bewohner bietet. Mit Zimmern zwischen 20 und 25 Quadratmetern, die mit eigenen Möbeln eingerichtet werden. Mit einer großen Wohnküche, einem Wohnzimmer, Fahrstuhl und Pflegebad. Sogar zwei Gästezimmer gibt es.

Mit vier Bewohnern sind sie im Oktober 2016 gestartet, sieben sind es derzeit, zwischen Mitte 60 und plus 90 Jahren. „Mein Bauchgefühl sagt mir, es war und ist richtig“, so beschreibt Maria Vockel – Tochter der einen und Mutter ander anderen Friederike – die Entscheidung von damals. Eine Betreuung der Mutter zu Hause sei nicht mehr möglich gewesen, in ein Altenheim sollte sie nicht. Diese private Wohnform im Melanchthonhaus des Johanneswerkes (früher Bereich der Tagespflege) ist über Mietverträge mit dem Gebäudeeigentümer, aber auch mit der eigens gegründeten Mieter-GbR geregelt. Es gibt eine 24-Stunden-Aufsicht durch einen ambulanten Pflegedienst. Dazu kommen die individuellen Dienstleistungsaufträge der Bewohner beispielsweise für Frisör oder Fußpflege. „Eben eine ganz normale WG“, sagt Friederike Koch und freut sich über die Entwicklung. Sie alle hätten ihre Macken wie auch ihre Fähigkeiten und Interessen, erklärt Helmut Nofz. Und dass jeder den anderen – für ihn zuvor völlig Fremden – kennenlerne, man sich mit Toleranz begegne. Deshalb bestimmen Bewohner wie Angehörige auch darüber, ob jemand neu in die Bewohnerrunde aufgenommen werde. Inklusive vierwöchiger Probezeit. „Sinnvoll für beide Seiten. Man muss Herzblut mitbringen und offen sein – auch vom Typ her“, meint Maria Vockel und spricht von einer „großen Patchwork-Familie“. Der größte Unterschied zum Senioren- oder Pflegeheim: „Die Angehörigen sind hier viel stärker gefragt, bringen Zeit und Liebe für ihre Eltern, Ehepartner oder Angehörigen mit ein und sind in alle Entscheidungen eingebunden.“ Jeder schaue hier auf den anderen. Aber niemand gebe vor, wann Bettruhe sei. Gemeinsam wird entschieden, was eingekauft oder gekocht wird, wie der Tagesablauf aussehen soll. Gemeinsam wird auch gefeiert. Beispielsweise jetzt wieder der Advent, für den sie Plätzchen oder Kuchen backen. Auch gemeinsam. Und besonders gern für Besucher, die Interesse an ihrer WG haben. Die Texte der Advents- und Weihnachtslieder haben alle drauf. „Wer einmal hier ist, der muss nicht wieder wegziehen“, sagen die Frauen. Auch nicht, wenn ein Bewohner zum Pflegefall wird.

Die seit einem Jahr bestehende Demenz Wohngemeinschaft hat ihren Namen „Mühlenrad“ erhalten von ihrer Adresse Mühlenstraße. Ganz in der Nähe dieser idyllisch gelegenen Wohnungen befindet sich ein altes, aber noch funktionstüchtiges Mühlrad.

 

 

Mitteilungsblatt Bad Driburg, 14. Oktober 2017

Sich wohlfühlen und zur Ruhe kommen

Angehörige gründen kreisweit erste private Demenz-Wohngemeinschaft

In Bad Driburg gibt es die erste selbstverantwortete Demenz-Wohngemeinschaft im Kreis Höxter. Gegründet wurde die WG von Angehören der an Demenz erkrankten Bewohner. „Eine Betreuung war zuhause nicht mehr möglich, aber in ein Altenheim wollten wir unsere Familienmitglieder auch nicht stecken. So gründeten wir im Oktober 2016 die erste selbstbestimmte private Wohngemeinschaft für Demenzkranke im Kreis Höxter“, berichtet Friederike Koch, Sprecherin der Wohngemeinschaft.
Die Wohnung in der Badestadt bietet Platz für zwölf Bewohner. „Es ist eine private Wohnform, in der wir durch einen ambulanten Pflegedienst eine 24-Stunden-Aufsicht sichergestellt haben. Zusätzliche Leistungen, wie Pflege, Betreuung oder Gesellschaft, können wir Angehörigen selbst durchführen, wenn wir dies möchten“, so Koch. Alle Zimmer können mit den eigenen Möbeln eingerichtet werden. Die Bewohner bestimmen selbst, was sie essen möchten. Über den Tagesablauf und andere gemeinsame Punkte die WG betreffend entscheiden die Angehörigen.
„Dieses Projekt verlangt viel Herzblut und Einsatzbereitschaft. Wir haben jedoch festgestellt, dass diese Wohnform einem Wohnen zuhause am nächsten kommt, unsere Familienmitglieder sich hier wohlfühlen und zur Ruhe kommen“, betont Friederike Koch. Zurzeit sind noch Zimmer in der WG frei und es werden dringend weitere Mitbewohner gesucht. Ausführliche Informationen finden Interessierte auf der Homepage der Demenz-Wohngemeinschaft unter www.demenz-wg-westfalen.de. (SR)

Mitteilungsblatt Bad Driburg, 14. Oktober 2017

 

 

Freitag, 06. Oktober 2017 09:25 Uhr

Selbsthilfe bei Demenz: Info-Veranstaltung des Kreises Höxter

Selbsthilfeangebote können für Menschen, die demenzerkrankte Angehörige pflegen, eine große Unterstützung leisten. Deshalb laden (v. l.) Anja Lücke (Geschäftsführerin des Netzwerks Pflege im Kreis Höxter), Gerhard Handermann (Leiter des Fachbereichs Familie, Jugend und Soziales des Kreises Höxter) und Liesa Warneke (Abteilung Soziales, Pflege und Schwerbehinderung des Kreises Höxter) am 13. Oktober zu der Informationsveranstaltung „Selbsthilfe bei Demenz“ in den großen Saal der „Aktion Silberfisch“ in Höxter ein.

Höxter (red). Mit einer Demenzerkrankung treten bei Betroffenen und Angehörigen oft viele Fragen und Unsicherheiten auf. Deshalb laden der Kreis Höxter, das Netzwerk Pflege und der Paritätische Wohlfahrtsverband am Freitag, 13. Oktober, ab 17 Uhr zu der Informationsveranstaltung „Selbsthilfe bei Demenz“ in den großen Saal der „Aktion Silberfisch“, Neue Straße 15 in Höxter, ein. Sie richtet sich speziell an pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz.

Dabei informiert der Chefarzt der Geriatrischen Rehabilitation der Weserberglandklinik in Höxter, Dr. Thorsten-R. Diercks, unter dem Titel „Was ist los mit mir – werde ich langsam verrückt?“ allgemein über Ursachen und Verlauf von Demenzerkrankungen. Reiner Bracht vom Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW erläutert, was Selbsthilfe im Bereich Demenz leisten kann. Als Leiterin einer Angehörigen-Demenzgruppe in Steinheim wird zudem Antje Hölscher von ihrer Arbeit und ihren persönlichen Erfahrungen berichten.

Während der Vorträge bieten die Veranstalter in einem Nebenraum ein Betreuungsprogramm für demenzerkrankte Angehörige an.

„Fast ein Drittel der Pflegebedürftigen im Kreisgebiet ist in ihrer Alltagsbewältigung erheblich eingeschränkt. Meist liegt das an Demenzerkrankungen wie zum Beispiel Alzheimer. Betroffene brauchen besondere Zuwendung. Aber auch deren Angehörige benötigen Unterstützung, um diesen besonderen Kraftakt meistern zu können. Selbsthilfegruppen können mit ihrer Arbeit dazu einen sehr großen Beitrag leisten“, erklärt Gerhard Handermann, Leiter des Fachbereichs Familie, Jugend und Soziales des Kreises Höxter. „Sie geben pflegenden Angehörigen zum Beispiel die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen. Für viele Menschen ist das eine enorme Hilfe.“

Organisiert wird die Info-Veranstaltung „Selbsthilfe bei Demenz“ von der Arbeitsgruppe Demenz des Netzwerks Pflege im Kreis Höxter. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, Hilfen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu bündeln und zu erweitern“, sagt Anja Lücke, Geschäftsführerin des Netzwerks Pflege im Kreis Höxter. „Durch gezielte Informationen sollen Betroffene und Angehörige erfahren, wo und wie sie Hilfe erhalten können, aber auch, wie sie selbst aktiv werden können.“

Die Veranstaltung wird durch das Projekt „Aufbau und Stärkung der Demenzselbsthilfe in NRW“ des Landesverbandes der Alzheimer Gesellschaften NRW e.V. unterstützt und durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und die Pflegekassen gefördert.

Kontakt zu Selbsthilfegruppen im Kreis Höxter

Mehr als 70 Selbsthilfegruppen zu chronischen Erkrankungen, Behinderungen, Sucht oder soziale Themen gibt es im Kreis Höxter. Sie entstehen, weil Menschen aus eigener Kraft und zusammen mit anderen ihre Lebenssituation verbessern wollen. In den Gruppen finden sie Austausch und wichtige Unterstützung. Informationen über die verschiedenen Angebote gibt das Selbsthilfe-Büro Kreis Höxter des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Neue Straße 15 in Höxter. Die Sprechstunden sind montags von 14 bis 17 Uhr, mittwochs von 9 bis 12.30 Uhr sowie nach Vereinbarung. Telefonisch ist das Team unter der Nummer 0 52 71 – 694 10 45 erreichbar.

Foto: Kreis Höxter

 

Mittwoch, 05. Juli 2017 08:45 Uhr

Auszeit erwünscht? Betreuter Urlaub für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen in Bad Driburg

Bad Driburg (red).. „Mit gutem Gefühl verweilen können – und die demenzerkrankten Angehörigen in guter Obhut wissen“ – das verspricht die betreute Urlaubsmaßnahme für Demenzkranke und ihre Angehörigen in Bad Driburg. Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen e.V. bietet seit mehr als 10 Jahren zweiwöchige Urlaubsmaßnahmen in Bad Driburg an. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Alzheimer-Gesellschaft im Kreis Soest e.V..

Je zehn Paare können den Aufenthalt im Drei-Sterne-Hotel Erika-Stratmann in Bad Driburg genießen. Die nächste Urlaubsmaßnahme findet vom 7. bis 21. Oktober 2017 statt. Diese Urlaubsmaßnahme ist speziell auf die Bedürfnisse von demenzkranken Menschen und ihren Angehörigen zugeschnitten. Letztes Jahr haben sich 20 Paare einen für beide Seiten erholsamen Urlaub gegönnt. Im Hotel Erika Stratmann erholen sich Angehörige in entspannter Atmosphäre und reizvoller Umgebung von den Anstrengungen der Pflege und Betreuung. Die Betreuung der Demenzkranken wird täglich stundenweise von erfahrenen Fachkräften übernommen und nach neuesten Erkenntnissen aus der Erinnerungs- und Biographiearbeit durchgeführt. Mehrere Betreuerinnen stehen den Demenzerkrankten zur Seite. Viele der Angebote sind getrennt: der strukturierte Tagesablauf der Demenzkranken steht dem offenen Angebot für die Angehörigen gegenüber. Bewegungsübungen, Gedächtnistraining, Gespräche, Spiele, Malen, Basteln und Singen stehen auf dem Programm, das auch am Wochenende stattfindet. Für die Angehörigen sind Fachkräfte dabei:

Sie bieten Gesprächskreise, sportliche Aktivitäten sowie Ausflüge und Besichtigungen in der näheren Umgebung an. Schwimmbad, Sauna, Solarium sind einige der Annehmlichkeiten, die das Hotel den „Pflegemüden“ zum Abschalten vom Alltag bietet. In der gemeinsamen Zeit treffen sich die Paare wieder und nach Wunsch gibt es Gespräche, Vorlesen, Singen oder Tanzveranstaltungen.

Weitere Informationen bei der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e.V., Christel Schürmann, Feldmühlenweg 19, 59494 Soest, Tel.: 02921 371-205.

Foto: Symbolfoto